Wofür werden Kappzäume verwendet und worauf kommt es beim Kauf an? Diese und weitere Fragen werden im folgend beantwortet.

Inhalt Teil 1

Dies ist der erste Beitrag einer mehrteiligen Serie. Wir werden die folgenden Teile per Newsletter ankündigen - also nichts wie anmelden, falls nicht schon geschehen :).

Wie werden Kappzäume verwendet?

Der Kappzaum ist ein altes Hilfsmittel für die Pferdeausbildung und findet in den verschiedenen Schulen Verwendung. Die gebisslose Zäumung wird oft bevorzugt, da sie als schonender für das Pferd angesehen wird. Kappzäume sind insbesondere bei der Ausbildung junger Pferde beliebt.

Bei der Verwendung einer Trense wird über das Pferdemaul eingewirkt. Das Pferd kann diesem Druck zu einem gewissen Grad ausweichen ohne die Kopfposition vollständig zu korrigieren und kann somit im Genick und Hals steif bleiben. Dies ist bedingt durch den Ansatzpunkt der Hals- und Genickmuskulatur oberhalb des Pferdemauls. Daher hat man keinen ausreichenden Einfluss auf die Gesamthaltung des Pferdes.

Der Kappzaum hingegen wirkt auf den Nasenrücken des Pferdes ein und nicht auf den Kiefer. Daher wird der gesamte Pferdekopf korrigiert, was sich im Hals und der Wirbelsäule fortsetzt. Somit kann man die gesamte Pferdeposition vom Hals bis hin zur Hüfte beeinflussen. Dies macht den Kappzaum zum perfekten Werkzeug um an Stellung und Biegung zu arbeiten.

Haupteinsatzgebiete für Kappzäume:

  • Bodenarbeit
  • klassische Handarbeit
  • Arbeit am langen Zügel
  • Arbeit an der Doppellonge
  • Arbeit an der einfachen Longe
  • Reiten

Wie werden Zügel, Longe und Gebiss eingeschnallt?

Die meisten Kappzäume haben über der Nase einen oder drei Ringe. Die Longe wird in den mittleren Ring eingehakt und wirkt somit direkt auf das Nasenbein ein. Reitzügel oder Hilfszügel werden in die äußeren Ringe eingeschnallt. Manche Kappzäume können auch mit einem Gebiss und separaten Zügeln verwendet werden um z.B. junge Pferde an die Gebissnutzung zu gewöhnen. Das Gebiss wird dazu mit den seitlichen Einschnallpunkten verbunden, die nicht bei jedem Kappzaum vorhanden sind. Hier gibt es alternativ auch die Möglichkeit, in dem Nasenriemen der Trense ein kleines Eisen mit Ringen zu befestigen, in die man die Zügel hängt.

Aufbau von Kappzäumen

Kappzaum Vienna

  • Genickstück: Lederriemen der über das Genick hinter den Ohren verläuft.
  • Stirnriemen: Nicht bei allen Modellen vorhanden.
  • Ganaschenriemen: Verhindert das Verrutschen des Kappzaums auf der Unterseite des Pferdekopfes und hält den seitlichen Riemen vom Auge fern.
  • Kehlriemen: oft nicht vorhanden. Dieser hat einen hören Ansatzpunkt als der Ganaschenriemen und verhindert, genau wie dieser, dass der Kappzaum nach vorn vom Pferdekopf gezogen werden kann.
  • Nasenteil: Riemen der um die Nase geht. Ja nach Kappzaum gibt es verschiedene, in der Regel gepolsterte, Nasenteile:
    • Leder
    • Kette
    • durchbrochenes Metallstück
    • u-förmiges Mettalstück
    • gezahntes Metallstück
    • planes Metallstück
    • ohne Füllung – Blankes Eisen ohne Lederschutz (in Deutschland werden nur gepolsterte oder Lederummantelte Nasenteile verwendet)

Die leichten und die schweren Kappzäume

Allgemein kann man die Kappzäume in zwei Gruppen einteilen, in die schweren- und in die leichten Kappzäume.

Die leichten Kappzäume sind hervorragend für die Handarbeit, die Arbeit am Langen Zügel und an der Doppellonge sowie auch für das Reiten geeignet. Sie können auch zum Longieren verwendet werden (Hierzu wird ein weiterer Artikel verfasst). Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind der französische Kappzaum Caveçon (auch Cavecon oder Cavesson geschrieben) und der Lederkappzaum Vienna.

Die schweren Kappzäume werden häufig zum Longieren an der einfachen Longe verwendet. Die beiden bekanntesten Vertreter sind wohl der Deutsche- und der Wiener Kappzaum.

Den Kappzaum richtig anpassen

Es ist wichtig, beim Kauf eines Kappzaums auf die Passform zu achten, da das Pferd die Kommandos zum Großteil über den Kappzaum empfängt. Wenn er nicht richtig passt, kann es passieren, dass die Kommandos für das Pferd unklar sind. Das kann das Pferd verwirren oder verunsichern. Ein gut sitzender Kappzaum ist außerdem für das Pferd wesentlich angenehmer.

Richtig einstellen

Um den Kappzaum einzustellen, lockern Sie die Riemen und ziehen ihn über den Kopf des Pferdes. Nun wird zuerst der Ganaschenriemen angezogen. Es ist wichtig, dass Sie nicht mit dem Nasenriemen beginnen da es sonst zu Beklemmung hinter den Ohren im Genick kommen kann. Der Ganaschenriemen verhindert, dass das Backenstück ins Auge rutscht. Dies ist insbesondere beim Longieren wichtig, da Sie i.d.R. das äußere Auge nicht sehen können und es daher schwer mitzubekommen ist, wenn der Riemen ins Auge rutscht.

Die meisten Kappzäume haben einen Stirnriemen. Er sollte lang genug sein, dass der Genickriemen gerade verlaufen kann. Ist der Stirnriemen zu eng, kann er den Kappzaum im Genick zu weit nach vorne ziehen, was unangenehm ist, da es Druck an den Ohrenansätzen verursacht. Ist der Stirnriemen zu kurz, tauschen Sie ihn gegen einen längeren oder lassen Sie ihn einfach weg.

Bei einem gut passenderen Kappzaum sollte das Nasenteil ca. drei Finger unterhalb des Jochknochens sitzen. Schwere Kappzäume haben ein breiteres Nasenteil, hier reichen zwei Finger aus, leichte Kappzäume sind oft etwas schmaler, hier können auch vier Finger Platz gelassen werden. Ein zu hoch geschnallter Kappzaum könnte auf die Gesichtsnerven drücken. Ein zu niedrig verschnallter Kappzaum liegt unangenehm auf dem Nasenknorpel. Pferde sind hier sehr sensibel und mögen den Druck nicht. Schließen Sie das Nasenteil nach dem Ganaschenriemen. Es sollte eng genug geschnallt werden um ein seitliches Verrutschen/ Verdrehen zu vermeiden.

Des Weiteren sollte das Naseneisen gut auf die Pferdenase passen. Lücken sind kein gutes Zeichen. Die flexiblen Kappzäume sind hier im Vorteil da sie sich an die Nase des Pferdes anpassen. Wenn ein festes Naseneisen zu eng ist, bekommt das Pferd seitlich ungewollten Druck.

Ein Kehlriemen ist nicht wichtig und kann locker eingestellt werden – ca. 4 Finger Platz.

Kontrollieren sie nun noch einmal alle Einstellungen.

Qualitätsmerkmale

beim Kauf eines Kappzaums Der Kappzaum muss präzise Arbeit mit dem Pferd ermöglichen. Deshalb soll er gut passen und aus hochwertigem Material sein.

Ein guter Kappzaum hat ein durchgängiges Backenstück aus Leder. Ringe, die das Backenstück unterbrechen, sind ungünstig.

Gegliedertem Naseneisen können trotz der Polsterung „zwicken“ und sitzen teilweise nicht mit dem gleichen Halt wie die starren Naseneisen. Stellen Sie sicher, dass die Polsterung angemessen für das gewählte Modell ist.

Kappzäume werden aus verschiedenen Materialen hergestellt. Wir empfehlen den Kauf von Kappzäumen aus gutem Leder, da es sehr robust ist. Billigleder oder Kunstleder könnte bei der Arbeit zerreißen. Außerdem fühlt sich das hochwertige Leder für Pferd und Ausbilder schöner an und hat besonders im Gebraucht eine schöne Optik. Nylon- Kappzäume sind meistens nicht formstabil genug, um eine präzise Einwirkung zu gewährleisten. Ein guter Blogbeitrag geht im Abschnitt Kappzäume aus Kunststoff  genauer darauf ein. Es gibt aber auch hochwertige Ware aus Nylon.

Handgenäht vs. Maschinengenäht: Diese Frage trifft auf alle Reitsportartikel gleichermaßen zu. Durch das unterschiedliche Nähverfahren, halten Handnähte auch dann, wenn die Naht an einer Stelle beschädigt ist, während Maschninennähte dann aufribbeln.

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